Preiserhöhungen bei der Bahn und der Bahn und den Verkehrsverbünden

Zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag wird die DB AG wie jedes Jahr ihre Preise erhöhen – dieses Mal um 2,8 Prozent. Damit wurden die Preise im Nah- und Fernverkehr der DB seit 2003 um rund 35 Prozent erhöht. Die Inflation betrug im gleichen Zeitraum weniger als 18 Prozent. „Das ist eine Ohrfeige für alle, die umweltbewusst und vernünftig reisen wollen und für alle, die auf die Bahn angewiesen sind.“ kritisiert Sabine Leidig, die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.

Protest-E-Mail Aktion: http://nachhaltig-links.de/mailer/
Informationen zu der kundenfreundlichen Bahn >>hier 

 

 

„Dazu kommen noch die versteckten Preissteigerungen: So wurde die BahnCard 50 als Mobilitätskarte für Vielfahrende seit 2003 um 80 Prozent teurer und kostet inzwischen 249 Euro; außerdem wurden zahlreiche Sparmöglichkeiten gestrichen, wie der Mitfahrerrabatt. Das Fernverkehrsangebot der Bahn ist – im schlimmen Gegensatz dazu – über die Jahre dazu nicht besser, sondern schlechter geworden: An 368 Bahnhöfen, die abseits der Hauptstrecken liegen, wurde die Zahl der Abfahrten seit 1999 knapp halbiert – von 38.027 auf 20.506. Ganze Regionen werden vom Fernverkehr auf der Schiene regelrecht abgehängt. Auch mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag werden erneut Verbindungen gestrichen, diesmal fällt beispielsweise ein Großteil der Autoreisezüge, die beliebte Ferienzüge waren, weg. Das ist ein Skandal, weil damit eine umweltschonende und lärmarme Reisealternative zum Flugzeug vernichtet wird!“
Zum angekündigten Rekordgewinn der DB AG für 2012, meint Leidig: „Das ist ein Beispiel für den schlimmen Marktdogmatismus der Verantwortlichen. Der Löwenanteil der Einnahmen der DB-AG kommt aus öffentlichen Kassen – also aus Steuermitteln an die Bahn, aber der Konzern führt sich auf, wie ein beliebiges kapitalistisches Unternehmen am „Markt“, den es auf der Schiene aber gar nicht geben kann. Wir verlangen, dass der Eigentümer Bund endlich vernünftige Unternehmensziele durchsetzt: Die DB muss als Flächen- und Bürgerbahn ausgerichtet werden. Sie braucht ein einheitliches und nachvollziehbares Preissystem, bei dem die Tickets auch für Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich sind.“


Auch bei den Verkehrsverbünden sieht es nicht viel besser aus: So erhöht beispielsweise der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Preise in diesem Jahr um 3,9 Prozent und hat damit die Preise seit 2003 fast genauso stark erhöht wie die DB, nämlich um über 33 Prozent.

Hier können Sie eine Protest-E-Mail an den Verkehrsausschuss des Bundestages schicken:
http://nachhaltig-links.de/mailer/

Und hier können Sie eine Protestkarte zum Verteilen an Ihrem Bahnhof herunterladen:

  1. 4 Stück im Format A4 zum Selbst-Ausdrucken
  2. Postkartenformat

Die Presseerklärung von Sabine Leidig zu den Preiserhöhungen finden Sie hier.

 

Hinweis: Das Jahr 2003 wird bei diesen Vergleichen als Bezugspunkt verwendet, weil die DB AG zu dem Zeitpunkt ihr neues Preissystem "PEP" eingeführt hat, das stattt einer Kilometerpauschale auf festgelegten Preisen für unterschiedliche Verbindungen beruht. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit mit den Preisen bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gegeben. Die Einführung von "PEP" führte zu enormen Fahrgastverlusten, und wurde daher letztendlich wieder teilweise revidiert - mit der Wieder-Einführung der BahnCard 50 und der Aufweichung vieler Bedingungen wie von Umbuchungsgebühren.