Reisebericht zur Delegationsreise anlässlich der Newroz-Feiern in der Türkei

Vom 20. bis zum 23. März habe ich anlässlich der Newroz-Feiern Türkei besucht.

Hier ein kurzer Reisebericht mit Fotos:

Diyarbakir, 21. März. 2016 in der Nähe des Selbsverwaltungsparlament-Versammlung der Bevölkerungsgruppen.Gegenüber das ärmste der 4 Stadtviertel Bagla, wohin in den vergangenen Woche etwa 20.000 der 45.000 vertriebenen Bewohner der historischen Altstadt geflohen sind (90.000 wohnten dort), die von der türkischen Armee mit Artelleriebeschuss zu 2/3 zerstört wurde.

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Dyarbakir, 21. März. 2016 durch gründliche Polizeikontrolle endlich auf dem Newroz-Festplatz im "Bauerschließungsland" ... Von überall strömen Menschen herbei.... Unsere Delegationsparty wird auf der Besuchertribüne platziert; die DBP hat hier fast 8.000 Ordner*innen im Einsatz. In zwei Stunden fängt die Kundgebung auf der riesigen Bühne an, aber dann ist hier kein Durchkommen mehr ... Es waren in den letzten Jahren bis zu eine Million Menschen hier - die Newroz-Feiern sind politische Manifestation für demokratische Selbstbestimmung. Kleinere Delegationen aus anderen europäischen Ländern sind auch da. Es scheint dass die Gewaltpolitik von Erdogan abschreckt. Aber die kurdische Demokratiebewegung braucht unser Augenmerk - hier wächst eine Alternative gegen Despotie, Krieg und Vertreibung, die Erdogan zertrampelt will.

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Diyarbakir, 21. März. 2016 unsere kleine Gruppe erstattet der historischen Altstadt einen Besuch ab, die eigentlich über 50.000 Einwohner*innen hat. Der türkische Staat tritt als Besatzungsmacht in Erscheinung; Straßensperren, Panzerwagen, Kontrollen ... Die gewählten und beliebten Bürgermeister wurden abgesetzt, ein bedeutender Menschenrechtsanwalt auf offener Straße erschossen. In den letzten Monaten ist ein ganzes Viertel zerstört und viele Tausende Bewohner*Innen vertrieben worden. In diesen Teil dürfen wir gar nicht rein; Sandsäcke, Polizeisperren und riesige Planen versperren auch die Sicht. In der Werkstatt des letzten traditionellen Sattelwebers hören wir:  " Merkel hat die Kurden verkauft" und viele zeigen ihre Freude über unsere Anwesenheit und Anteilnahme. In anderen Gassen sind die Spuren der Kämpfe sichtbar; der Basar ist fast gänzlich leer - dabei ist der Handel eine wichtige Einnahmequelle. Trotzalledem und deswegen singen kleine Kinder hier PKK-Lieder; Dreiviertel der (meist armen) Bewohner*Innen gehören zur Bewegung.Diesen Krieg gegen die kurdische Emanzipation kann Erdogan nicht gewinnen.

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Die Kundgebung beginnt vorm Militärposten - mit Gesang und Tanz!!!                                                 

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...Die Militärposten beobachten die Spontankundgebung, die von vielen "Internationalen" und Presse umgeben ist..."Es lebe der Widerstand von Cizre! Es lebe die Freiheit!"

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Kilometerlange LKW-Schlange....

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Ich treffe Ali Atalan (!) der Sprecher der Kurden und LINKE in D / jetzt HDP-Abgeordneter im Natioalparlament (aufgestellt von  den Jesuiten Europas)

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